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Lago Atitlan nach Antigua:

Vom Lago Atitlan aus ging es erstmal so pervers steil den Berg hoch, dass zumindest mein Frühstück (kalte Pasta vom Vorabend - keine gute Idee) recht schnell im Graben lag. Netterweise bot sich Kike, ein Reiseradler aus Honduras an mein Fahrrad samt Anhänger das nächste Stück den Berg bis Solola hochzuradeln, sonst hätten wir wohl noch ziemlich lange gebraucht.

Über Los Encuentros und den Highway 1 weiter nach Chimaltenango fahren wir im angenehm kühlen Hochland von Guatemala in drei Tagen bis nach Antigua. Antigua, die alte Hauptstadt von Guatemala, liegt zwischen Vulkanen eingebettet und hat schon so manches schlimme Erdbeben erlebt und sich angepasst: fast nur eingeschossige Häuser und sehr dicke Mauern. Im Gegensatz zum Moloch Guatemala City ist Antigua ein friedliches und gemütliches kleines Städtchen, in das sich im Laufe der Zeit auch viele Ausländer angesiedelt haben.

Wir sind ganz froh drüber, weil wir so mal wieder in den Genuss internationaler Küche kommen. Irgendwann ist es ja auch mal gut mit Tortillas und das Herz sehnt sich nach Tortellini .Unser Päckchen aus Deutschland ist leider noch nicht angekommen, und da wir noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten sehen, schreiben wir uns für eine Woche Spanischkurs in einer der unzähligen Sprachschulen in Antigua ein. Wir leben währenddessen bei einer guatemaltekischen Familie (bzw. es war hauptsächlich Dolores, die Oma) und werden dort auch bekocht. Die Kinder bringen wir während des Spanischkurses am Vormittag in den Jardin de los Niños (Kindergarten) von Lizette, die schon einen bunten internationalen Haufen von Kindern betreut. Schon am zweiten Tag will Oskar nur noch "Agua" trinken und heischt Sophie bei Gelegenheit mit "Este no!!" (das darfst Du nicht) an.

Wir machen noch die sehr nette Bekanntschaft mit einer halb deutschen - halb guatemaltekischen Familie, an die unsere Eltern das Päckchen mit Ausrüstung geschickt hatten. Es ist für uns spannend zu sehen, wie es ist ständig in Guatemala zu leben, mit der anderen Kultur, der Mentalität und den Gefahren, und das Land nicht nur in dem schmalen Streifen einer Reise zu erleben. Zwei Tage bevor die Woche Sprachkurs rum ist, kommt das Paket endlich an. Wichtigster Inhalt sind jede Menge Päckchen mit Mineraldrinks - bei den Mengen Schweiß, die wir zumindest im Tiefland loswerden, und bei dem faden Wasser, das man hier nur kaufen kann (extra niedriger Salzgehalt) ist uns das sehr wichtig.

Dann ist die Woche schon wieder vorbei und es fühlt sich den ersten Tag sehr seltsam an wieder mit dem Rad unterwegs zu sein.

 

Antigua nach Monterico

Am Samstag (18.6.) brechen wir von Antigua wieder auf. Wir radeln auf dem Sattel zwischen zwei Vulkanen durch, dann liegen 1300 Hm Abfahrt nach Escuintla vor uns. Escuintla ist das krasse Gegenteil von Antigua: laut, heiß und sehr anstrengend. In der Nähe gibt es einen Safaripark, d.h. einen Zoo mit riesigen Gehegen durch den man in kleinen Minibussen fährt und sich die Tiere anschaut. Nilpferde und Löwen finden Oskar und Sophie noch ganz spannend, spätestens bei der fünften Antilopenart werden sie aber selbst zu den wildesten Tieren.

Der Fahrer ist ganz froh als er uns wieder los ist und wir freuen uns, dass es auch noch einen Pool gibt, in den wir hüpfen können. Wir folgen von Escuintla aus nicht direkt der Panamericana, sondern nehmen einen Abstecher ans Meer, zunächst nach Pto. Iztapa(19.6.) und schließlich immer einer wunderschönen Küstenstrasse entlang nach Monterico, dem Strandparadies von Guatemala auf der Pazifikseite.  Es sind nur 30 km zu fahren, Autos gibt es auch fast keine und so können wir nebeneinander radeln, uns unterhalten. Einheimische Radler schließen sich uns auch streckenweise an und wir erreichen gut gelaunt Monterico. Der Strand dort ist genial, mit schwarzem Sand bis zum Horizont und die Wellen krachen in endlos langen Pipes.

Wir nehmen uns für zwei Tage eine kleine Cabaña und lassens uns gut gehen. Der Pool meint es leider Bakterientechnisch nicht so gut mit Oskar und Hannes und so müssen wir noch einen Tag dranhängen, um die beiden wieder auszukurieren. Der Tag wird der entspannteste, Oskar buddelt im Sand und Sophie stellt sich den Wellen und wird zur Sandlaus.

 

Do, 23.6.

Wir stehen wieder früh auf, aber ein Platten hält uns auf. Eine Fähre bringt uns zur nächsten Strasse, so dass wir noch einmal die Mangroven und den blick auf die Vulkane genießen können. Die Sonne brennt ziemlich heiß auf uns runter und Hannes ist immer noch etwas schwach beieinander. Nach vielen Pausen und Schwitzen überschreiten wir die 2000 km auf unserem Tacho und übernachten ein Stück von Taxisco Richtung El Salvador. Inzwischen hat auch Anja der Durchfall mit Fieber erreicht.

 

Fr, 24.6.

Da unsere Quetzales dem Ende zugehen, starten wir trotzdem Richtung El Savador. Die Strasse geht bergauf und bergab durch eine grandiose Landschaft, das fahren macht richtig Spaß. Mittags sind wir an der Grenze zu El Salvador und kommen ohne große Probleme hinüber. Aber leider nur mit 9 Tagen Visum für El Salvador. Hannes hat vorher noch groß erzählt, dass wir dem Fahrrad reisen und was wir uns anschauen wollen, aber nichts zu machen. Etwas verärgert fahren wir noch ein Stück nach La Hachadura. Das Hotel dort sieht auf den ersten Blick sehr gut aus, entpuppt sich aber als das bisher dreckigste Hotel. Brrr. Anja will nur schlafen und Hannes beschäftigt tapfer die 2 Schnuxe.

 

Sa, 25.6.

Das Hotel ist so ecklig, dass ich dort nicht  noch eine Tag bleiben will, wir fahren also weiter. Verzweifelt suchen wir den Eingang zum Nationalpark El Imposible, um dort nach Ozelots Ausschau zu halten. Aber der Eingang ist nicht zu finden und es gibt dort wohl auch keine Übernachtungsmöglichkeit. So fahren wir weiter Richtung Acajutla. An der Kreuzung nach Onsdonate finden wir ein Hotel, aber auch dieser Eingang lässt sich nur schwer finden. Der Hotelbesitzer schaut auf großer Leinwand einen Western und Oskar fragt nach einigen Duellen: "Warum fallen die Leute immer um, wenns donnert?" Wir laufen noch ein paar Mal den Gang auf und ab und fallen ins Bett. Am so steht uns die Mammutetappe nach la Libertad bevor. Die Strasse führt direkt an der Steilküste entlang und bietet uns tolle Blicke aufs Meer. Andererseits ist sie sehr kräfteraubend da wir ständig bergauf und bergab fahren müssen, da helfen die 5 Tunnels auch nichts mehr. Als wir gerade vom Essen hoch über dem Meer mit einem frischen Wind...träumen, wartet tatsächlich hinter der nächsten Kurve ein Comedor auf uns. Eine Familie mit 9 Kindern verkauft hier jedes Wochenende frische Camarones und Krebse. Wir essen sehr sehr lecker und Oskar und Sophie haben Gelegenheit zu spielen. Als uns der Sand zu viel wird, fahren wir weiter.Doch Anjas Kräfte lassen rapide nach und auch eine Kokosmilch hilft nicht weiter...

5 ältere Herren scheinen dies auch zu erkennen und bieten uns die Mitfahrt auf ihrem Pickup an. Hoch aufgetürmt werden wir nach la Libertad chauffiert. das wäre noch ganz schön weit gewesen...

 

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