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Am Abend geht in La Libertad und anscheinend auch im restlichen Land ein heftiges Gewitter nieder und legt Telefon und Wasserversorgung für den nächsten Vormittag lahm. Restaurants und Bars machen alle schon um 7 zu, so schauen wir passend zur Gewitterstimmung Herr der Ringe auf Spanisch. Es geht dann weiter der Küstenstrasse entlang, vor der Kulisse immer neuer Vulkane nach Zacatecoluca.

Am Ortseingang setzt Platzregen ein, wir flüchten uns ins erstbeste Hotel, das witzigerweise wie geschaffen für uns ist: wir können direkt vor die Zimmertür radeln, Pool für Oskar, jmd. Der sich traut uns die Wäsche zu waschen, Klimaanlage, nicht zu teuer...

Über Usulutla geht es am 30.6.weiter nach El Cuco, einem Badeort mal wieder direkt am Meer. Zwischen dem Highway und El Cuco liegt noch ein Berg, zu dem wir leider erst in der Mittagshitze kommen.

Auf halber Strecke machen wir Rast im Wäldchen neben der Strasse, bis uns ein Pickupfahrer ganz aufgeregt erklärt, dass in dem Wäldchen wohl Banditen hausen, aber schon nach der nächsten Kurve wären wir wieder sicher. Zur Bekräftigung zeigt er uns noch Einschusslöcher auf der Motorhaube, aber wir sind schon überzeugt. Erst um halb drei sind wir schließlich in El Cuco, und bis wir uns sortiert hatten und endlich am wirklich sehr schönen Strand sind ist der Himmel schon so schwarz wie der Sand. Wir spielen noch bis der Regen einsetzt und Sophie lacht, wenn ihr der Wind ins Gesicht bläst.

Am nächsten Morgen hat sich die über Jahre hinweg praktizierte Schuhkontrolle von Hannes beim Zelten und beim Reisen endlich gelohnt: Ein fieser Krebs hat dort die Nacht verbracht (und erstaunlicherweise überlebt) und lässt sich nur mit Gewalt wieder rausschütteln.

Um nach La Union zu kommen hatten wir uns zur Abwechslung mal wieder auf ein Stück Offroad gefreut, aber nach dem Gewitter der Nacht ist die Strasse nicht in endlicher Zeit passierbar und wir müssen wieder zurück übern Berg. Diesmal Gott sei Dank noch in der Früh, wenns kühl ist. Einige Kilometer vor La Union kommen wir auf eine zweispurige Autopista aus Beton gleißend weiß, vollkommen verlassen bis auf ein Pferdefuhrwerk und uns. Sehr unwirkliche Stimmung.

La Union ist eine Hafenstadt am Golfo de Fonseca. An dem Golf liegen El Salvador im Westen, Honduras im Norden und Nicaragua im Osten. Wir wollen uns den Landweg über Honduras nach Nicaragua sparen und stattdessen direkt mit einem Boot durch den Golf dort hin fahren. Als wir uns im Hafen erkundigen heißt es zunächst dass es vollkommen unmöglich ist nach Nicaragua mit dem Boot zu fahren,  5 Leute später heißt es kostet $1000, noch mal 5 andere Leute befragt dann ist die Vermutung, dass es $300 kosten wird, dann taucht schließlich der magische Name Thomas Gonzalez auf, und alle mit denen wir sprechen atmen erleichtert auf "Ah, con Thomas - es possible".

Thomas erreiche ich dann erst am späten Abend per Telefon: Er ist tatsächlich unser Mann, für $150 bringt er uns nach Potosi in Nicaragua. Am nächsten Tag (2.7.)kann es losgehen, auf den letzten Drücker, unser Visum läuft an dem Tag aus. Wenn das mit Thomas nicht geklappt hätte, hätten wir zur Grenze nach Honduras spurten müssen. Um 6 Uhr 30 sind wir am Hafen und Thomas ist auch schon da, allerdings verschiebt sich unsere Abfahrt mehrmals, da unser Boot noch auf andere Fahrgäste und auf verschiedene Lebensmittel vom Markt als Ladung wartet.

Nach über vier Stunden packen wir dann auch unsere Räder, den Anhänger und uns selbst ins Boot und es geht los. Für heute fahren wir nur zur Isla de Meanguerra, die mitten im Golfo den Fonseca liegt und morgen solls dann weiter nach Potosi gehen. Das Meer in dem Golf ist sehr ruhig und so können wir die Fahrt sehr genießen, am Horizont sind Vulkane, direkt neben uns tauchen Pelikane nach Fischen. Dadurch, dass die Insel nur per Motorboot in 1,5 h erreichbar und dadurch recht entkoppelt vom Festland ist, haben die Leute einen komplett anderen, sprich deutlich langsameren, Takt, der uns im ersten Moment komplett wahnsinnig macht. Wir brauchen viel Geduld und Energie, bis wir endlich Zimmer und Mittagessen bekommen. Aber dann lehnen wir uns auch zurück und genießen die Ruhe auf der Insel.